Lesen Sie meinen Artikel zum allseits populären Agnostizismus auf La Vache Qui Rit. Auf jenem Blog gibt es außerdem massenhaft Weiteres zu entdecken. Der Hauptblogger T.S. schreibt z.B. über Philosophie und schreibt gleichzeitig gut, keine Unmöglichkeit.
Ein längeres Gespräch mit einem klugen, communistischen Atomkraftgegner, die Kommentare zu dem letzten Beitrag und – ungeachtet seiner stalinoiden Rethorik – der Text vom Freundeskreis Weltcommunismus haben mir nochmal klargemacht, wie wenig die Energieversorgung politisch reformierbar ist. Ich hatte einen Moment lang geglaubt, dass in Doofland jetzt tatsächlich im großen Maßstab Atomkraftwerke geschlossen werden. Das ist allerdings ziemlicher Quatsch. Etwa die FAZ vom Montag berichtet:
„Die Stromeinfuhr in Deutschland ist seit dem 17. März deutlich gestiegen. Seit diesem Tag sind alle vor 1980 gebauten Kernkraftwerke als Reaktion auf das Atomunglück in Japan vorläufig abgeschaltet. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Kurth, sagte der F.A.Z., seit dem 17. März würden täglich etwa 2500 MWh eingeführt – vor allem aus Frankreich, der Tschechischen Republik und Polen. In Frankreich und der Tschechischen Republik wird ein großer Teil des Stroms in Kernkraftwerken erzeugt.“
Selbst also unter dem massivsten Druck, den Dooflands knechtische, verblödete Bevölkerung aufzubringen im Stande ist, fällt der politischen Klasse nichts anderes ein als das. Clean Energy ist offensichtlich wirklich einfach zu teuer. Im Weltmaßstab ist eine politische Lösung natürlich erst recht unmöglich, denn die allermeisten Countries haben noch einen geringeren Cashflow als die BRD.
Das ist nichts neues auch: Das ökologische Desaster, das die Menschheit produziert, ist seit langem bekannt und man kann derselben eigentlich keine Untätigkeit unterstellen. Debord 1971: „Pollution … dominates the whole life of society, and it is represented in illusory form in the spectacle. It is the subject of mindnumbing chatter in a plethora of erroneous and mystifying writing and speech, yet it really does have everyone by the throat. It is on display everywhere as ideology, yet it is continually gaining ground as a material development.“ Mannigfaches wurde versucht, im kleinen und im großen, weltpolitischen Rahmen. Aber von „Einfälle statt Abfälle“ bis zur Farce von Kyoto sind eigentlich alle Ansätze gescheitert, im Rahmen des Bestehenden etwas zu verändern. Nach Jahrzehnten voller Kampagnen, Spendenaufrufe, Demonstrationen und „Graswurzel“-Experimente sieht das Ergebnis ziemlich jämmerlich aus, z.B. hier:
Unabhängig von konkreten Präferenzen (über die man streiten wird), kann man also schonmal feststellen, dass die Umwälzung der Energieversorgung nur bewerkstelligt werden kann durch eine Bewegung, die sich die gesamte Produktion aneignet, eine communistische Aneignungsbewegung. Wie diese Umwälzung aussehen könnte, ob mit oder ohne Kernkraft, sei Thema einer anderen Diskussion.
Ich hatte vor einiger Zeit bereits einen Artikel zu dem Thema geschrieben. Nach der Katastophe in Japan will ich meine Ansichten nochmal rechtfertigen. Die Gefahr, die von Atomkraftwerken ausgeht, ist wieder offensichtlich geworden, das will ich nicht bestreiten. Aber offensichtlich ist auch, dass die Katastrophe durch eine Flut ausgelöst wurde, mit der niemand gerechnet hat, die sich aber einreiht in eine ganze Reihe von Tsunamis, Überschwemmungen, … in der letzten Zeit. Und ohne das jetzt genau nachweisen zu können, führe ich die sich häufenden Flutkatastrophen mal auf den Klimawandel zurück.
Angesichts jenes Klimawandels kann ich es nur wiederholen, dass man die Atomenergie weiterhin unbedingt braucht. So merkwürdig das angesichts der Katastrophe vielleicht klingt, es ist eben eine unbequeme Wahrheit. Momentan gibt es keine auch nur annähernd ausreichende, bezahlbare Alternative. „Sofort Abschalten“ ist einfach nur blanke Panikmache. Das wäre ein Abschalten im umfassenderen Sinne: Die Steckdosen funktionieren dann nicht mehr. Zweiflern sei die sehr anschauliche Präsentation von Standford University anempfohlen.
Nehmen wir an, der Weltenergiehaushalt speißt sich aus diesen Quellen:
Ich bin für eine kurzfristige Veränderung zu dem:
Und langfristig für eine revolutionäre Veränderung zu dem:
Vorschau: Im nächsten Beitrag geht es um die aktuelle Energiepolitik des BRD-nationalen Gesamtkapitals (incl. des deutschen Volkes). Ich werde jetzt hier übrigens wieder jeden Freitag um 16:00 Uhr was veröffentlichen, mein Mitteilungsbedürfniss ist zurückgekehrt.
In unmittelbarer Nähe des Lindenauer NPD-Bureaus. Drei fette deutsche Schweine stehen vor einem Dönerladen. Einer der drei geht rein um Döner zu kaufen. Das fette Schwein bestellt, schreiend, in hasserfülltem, paranoid projektivem Tonfall, den er auch im weiteren an den Tag legt.
Dönerverkäufer: Was machst Du so, mein Freund?
Fettes Schwein: Ja ich hab jetzt so ein Job für 1,50 € pro Stunde…
D: Scheiße, eh?
FS: Naja, das sind 100 … Rechnet … so im Monat. Außerdem ist das da_und_da, nicht so weit von wo ich wohne. Kann ich immer morgens hinlaufen.
D: Ah.
FS: Du hast ordentlich verkauft. Zeigt auf den Spieß. Heute morgen war der noch so fett. Zeigt die Größe des vormaligen Spießes mit seinen Armen. Benimmt sich als hätte er jemanden eines Verbrechens überführt.
D: Ist schon der 2te heute. Ja. Ist sichtlich verängstigt, versucht sein Freude über den Geschäftserfolg zu verbergen.
FS: Ah. Versucht zu rechnen. Erinnert sich, dass die Ausländer „uns“ die Arbeitsplätze wegnehmen.
D: Bitteschön mein Freund, lass dir schmecken.
Der nationale Sozialismus muss für dieses Subjekt perfect sense machen. Es wäre ihm unterm Hitler viel besser gegangen. Er hätte Arbeit bekommen in der Kriegswirtschaft, hätte mit seinen starken Armen irgendwelche Panzer oder Eisenbahnen bauen helfen, und hätte seinen Hass rauslassen können an den Juden. Ihm fehlt jeglicher Sinn für Schönheit, Musik im weitesten Sinne, für Kommunikation, …, eben alles menschliche, also hätte er auch in dieser Hinsicht nichts vermisst. Er ist zu dumm, um aus wenigstens seiner jetzigen, beschränkten Freiheit etwas zu machen und voller Hass auf alle, denen das gelingt.
Diese sächsischen Aborigines sind es die das NPD-Bureau in meiner Nachbarschaft begründen. Ebenso den Anti-Gentrification-Diskurs. Je angenehmer, schöner und luxuriöser das Dreiviertelland wird, desto krasser wächst der Hass in dieser Bevölkerungsgruppe. Das ist überhaupt kein Widerspruch, sondern entspricht sich genau.
Nachdem meine erste Aufkleberkampagne zwar einigen Zuspruch gefunden hat und sogar von Leuten in anderen Städten betrieben wurde, aber – nüchtern betrachtet – der geniale lol(lest die Kommentare!) den Nagel auf den Kopf trifft, jetzt ein 2ter Versuch.
In der letzten Zeit sind mir häufiger solche kleinen Wandzeitungen aufgefallen, also praktisch 1seitige Flugblätter, die an der Wand kleben. Finde ich relativ wirkungsvoll, also hab ich mich mal in dieser Form versucht und eine kleine Agitationsschrift entworfen:
Das ganze klebt jetzt erstmal in meiner Nachbarschaft an Plätzen wo Trinker üblicherweise verkehren: Kneipen, Aldi, Kinderspielplatz, Elsterpassagen, … Ich hoffe auf Ihre Kritik.
Referer der letzten 24 Stunden:
- google.com (6)















Kommentare
RSStee, Robert, tee, Smartie, Robert, tee [...]
tee, tee, fkwc2, T.S., fkwc2, Radioactive Man [...]
L, Robert, Caroline, lol, R.G. Dupuis, m [...]
Jenny, dodo
earendil, umwerfend, Robert, tee, tee, tee [...]