Klimawandel und Warenproduktion

An einem aktuellen Beispiel wird mal wieder augenscheinlich, dass der Klimawandel mit politischen Mitteln nicht in der Griff zu kriegen ist: Grönland will den Ast absägen, auf dem es sitzt. Das Land will eine neue Industrialisierung einleiten, um der eigenen Nationalökonomie das Überleben (die Konkurenzfähigkeit) zu sichern. Und zu diesem Zweck will es den eigenen CO2-Ausstoß langfristig mindestens verzehnfachen. Dabei ist Grönland selbst mit am krassesten von der globalen Erwärmung betroffen (lest einfach den oben verlinkten Artikel auf n-tv).

Die Konkurenzfähigkeit einer Nationalökonomie auf dem Weltmarkt ist eine Notwendigkeit bei Strafe des Untergangs. Die Nationalstaaten müssen genau dieses Überleben gewährleisten. Und somit ist dieser neuste Streich auch nicht etwa die Ursache falscher Politik, die sich korrigieren lassen könnte, sondern die Politik selbst ist nur ein Teil des falschen warenproduzierenden Systems. Das System ist falsch, weil es nicht die Lebensbedingungen der Menschen verbessert, sondern sie zerstört. Entsprechend schrieben übrigens schon 1972 Debord und Sanguinetti in „Die wirkliche Spaltung in der Internationalen“: „Die Umweltverschmutzung und das Proletariat sind heute die beiden konkreten Seiten der Kritik der politischen Ökonomie.“

Hier 2 Artikel dazu aus Principia Dialectica(englisch). Leider etwas erbsenzählerisch lokalborniert, aber jedenfalls fängt mal jemand an, darüber zu sprechen:

http://www.principiadialectica.co.uk/blog/?p=573
http://www.principiadialectica.co.uk/blog/?p=570

Mehr dazu bald.


2 Antworten auf „Klimawandel und Warenproduktion“


  1. 1 Arjen Robben 31. Oktober 2009 um 15:39 Uhr

    Der beste Text zum Thema, den ich kenne:

    http://weltcommunismus.blogsport.de/2007/02/13/1-eintrag/

  2. 2 calvin 03. November 2009 um 20:56 Uhr

    ich sehe das problem des klimawandels wirklich pessimistisch schließlich ist das klima keine maschine(dieses bild scheint in derbürgerlichen gesellschaft vorherschend zu sein, den das Verhalten zu der Klimaentwicklung läßt nichts anderes vermuten) die man nach belieben an und aus stellen kann (quasi auf knopfdruck)
    der scheißkarren ist doch schon gegen die wand gefahren und das wird ja auch nicht mehr bestrieten, es geht jetzt nur noch um schadensbegrenzung und daraum wie sich die nationalökonomie am besten gegen die auswirkungen schützen können.
    und die idee mit den atommeilern setzt dem noch eins oben drauf, verschlimmbesssern nennt man das im volksmund, zusätzlich zu überschwemmungen die ganze landstriche mitsichreißen werden, kommen noch atomarverseuchte zonen hinzu, in denen wirklich gar nichts noch leben kann.
    Nur die in der rätemacht associerten individuen sind imstande diese probleme wirklich zu lösen, oder im falle der Klimaerwärmung, sie wenigstens gesellschaftlich akzeptabel zuvermitteln.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Abonnieren Sie den
Kriegstheater RSS-Feed.
Dann sind Sie mühelos
immer auf dem
Laufenden.
   

Datenschutzerklärung