Archiv für März 2010

Bahnhofshalle Berlin

Während die gähnendste Langweile sich breitmacht, vertreibt man sich hier die Zeit gerne damit festzustellen, was Berlin angeblich alles ist (kreativ, abenteuerlich, …). So auch ich: Berlin ist offensichtlich eine einzige große schummrige Bahnhofshalle.

Es kommt mir vor als wäre die Freizeit und also die Langeweile heute das wirkliche revolutionäre und konterrevolutionäre Problem. La vache qui rit hat diese Woche von einer Umfrage berichtet derzufolge 75 Prozent der Deutschen sich den Sozialismus gefallen lassen würden, wenn sie dann „Arbeit, Solidarität und Sicherheit“ bekämen. Er deutet das als Zivilisationsmüdigkeit und Sehnsucht nach Arbeit und Ruhe, nach Aufgehen im „solidarischen“ Kollektiv. Stimmt auch. Man hat das Bedürfniss, die genannte Langeweile nochmals weiter zu steigern und den individuellen Handlungsspielraum noch weiter zu verkleinern. Es ist den Leuten noch nicht ruhig genug! Sie wollen sich im familiären Rahmen bewegen oder halt größeren gemeinschaftlichen Kollektiven. Sie können die Freizeit und allein die Möglichkeit außergewöhnlicher Begegnungen nicht ertragen. (weiterlesen…)

Klimazahlen

Im Stanford University-Youtubekanal ist eine fantastische Präsentation des Welt-Energieverbrauchs erschienen. Hier werden alle wichtigen Zahlen genannt:

* Der Energieverbrauch der Weltgesellschaft.
* Der Prozentuale Anteil der verschiedenen Technologien.
* Wie der Energieverbrauch drastisch steigen wird mit der zunehmenden Industrialisierung von Schwellenländern wie China.
* Welches Potential die diversen alternativen Energietechnologien haben.

Zahlen die genauso essentiell sind für eine vernünftige Diskussion wie ein Begriff von etwa Klima, Golfstrom oder El Niño-Effekt. Beides wird in der gewöhnlichen Berichterstattung kaum vermittelt, sodass viele Leute nicht mal Treibhauseffekt und Ozonloch unterscheiden können. Stattdessen werden gewöhnlich Forderungen nach der Senkung des CO²-Ausstoßes um sonundso viel Prozent ausgegeben als wäre dass so einfach machbar und das Problem damit gelöst. Die Präsentation zeigt jetzt mal wie unrealistisch diese Forderungen sind und wie es todtenschwarz für unsere Spezies aussieht, wenn die Lösung des Energieproblems den zuständigen Profis überlassen wird.

Davon abgesehen ist der Vortrag aber teilweise zum kotzen widerlich, etwa wie er bei Minute 25 die Menschenleben aufrechnet ala „300, that doesn‘t seem much, but in 30 Years that adds up to 9000. More than Tschernobyl.“ Whatever.

Material: Antisemitismustheorie

Im Audioarchiv ist diese Woche ein sehr brauchbarer Vortrag zur Theorie des Antisemitismus veröffentlicht worden.

Das Referat ist aufgrund der Vielfalt der genannten Namen und Begriffe für Einsteiger_innen kaum geeignet.

Im Gegenteil. Der Professor Samuel Salzborn schneidet viele wichtige Basics der Antisemitsmustheorie an, also fasst sie zusammen, also was kann man sich besseres wünschen als Einstieg. Ich werde mir auf jeden Fall sein Buch besorgen und dann vielleicht hier eine kurze Rezension veröffentlichen.

Schade nur, dass er nicht auf Paul Massings „Geschichte des politischen Antisemitismus“ eingeht. Mein Lieblingsbuch zu dem Thema in dem auf wunderbar anschauliche Weise die Enstehungsgeschichte der modernen antisemitischen Bewegung geschildert wird. Das ist die Geschichte der Anti-Emanzipation, die Geschichte unserer Feinde sozusagen.

Noch zwei Hinweise:



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