Archiv für September 2010

Atomkraft?? Ja bitte?

Unter dem bezeichnenden Motto „Mal richtig abschalten!“ haben riesige Massen von Berlinern vor kurzem eine Anti-Atomkraft-Retro-Veranstaltung veranstaltet. Wie kommt es heute in der Epoche des Klimawandels zu so einem Phänomen? In der Psychoanalyse nennt man das einen Schuldabwehrmechanismus. Man widmet sich einem kleinen, oberflächlich ähnlichen Problem, dessen Lösung man sich zutraut(Atomkraft, „Ozonloch“), während man das eigentliche Problem verdrängt, dessen Lösung man sich nicht zutraut(Klimakatastrophe). Dem euphorisierten berliner Anti-AKW-Mob steht diese Verschiebung ins Gesicht geschrieben. Sie haben sich Erleichterung verschafft von den düsteren Apokalysephantasien im Unbewussten und können wieder lachen, springen und „tanzen“.

Anti Atomkraft Demo Berlin

Berliner Atomkraftgegner „verwüsten“ die FDP-Zentrale

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Einführung in Walter Benjamins „Über den Begriff der Geschichte“

Die „Geschichtsthesen“ von Walter Benjamin sind ein rätselhaftes Werk, über das scheinbar niemand so richtig Klarheit gewinnen mag. Sie sind quasi sein letztes Wort, geschrieben im Malstrom der Faschisierung Europas, auf der Flucht vor den Deutschen. Sie sind vielleicht auch sein wichtigster Text und einer der wichtigsten, berüchtigtsten Texte überhaupt. Entsprechend wurden bereits tausende von Akademikern mit der Lösung des Rätsels beauftragt, die jetzt für einen Hungerlohn in großen Lesehallen sitzen und erwartungsgemäß viel Text produzieren aber sie wiederholen hauptsächlich nur längstbekannte Banalitäten. Verständlich auch, dass Sie sich schwertun, denn Benjamins Text richtet sich an communistische Revolutionäre und will auch nur von solchen verstanden werden.

Anselm Gramschnabel hat vor einiger Zeit einen Vortrag gehalten, der wirklich mal eine gelungene Einführung in Benjamins Thesen darstellt:

Vortrag:

(Download)

Diskussion:

(Download)

Den Text gibt es hier.

Das ist übrigens der Auftakt zu einer kleinen Reihe über Benjamin und die Geschichtsthesen, die ich mit Anselm geplant habe. Wir würden freuen uns über Kommentare, und werden die(Kommentare) dann in der genannten Reihe aufgreifen. Mehr dann bald.

Natur und Geschlecht

Pandas löffeln Vor einer Weile ist in der Cee Ieh(Leipzig) ein Text von Micha Böhme erschienen, der die vermeintliche „Natürlichkeit“ der Geschlechter infragestellt, indem er den Begriff von Natur selbst kritisiert. Er meint, der Begriff der Natur habe vor allem eine funktionale Bedeutung für eine Gesellschaft, die(Bedeutung) sich auch historisch verändert wenn sich die Gesellschaft verändert, was eigentlich für alle Begriffe gilt. Böhme illustriert das am Begriff der Frau als gebährfähigem Mensch: Dieser könnte in Zukunft obsolet werden, weil die Menschen sich auch anders reproduzieren können. Die Gebährfähigkeit würde dadurch zwar nicht verschwinden, aber ungefähr so eine Rolle spielen wie die Augenfarbe: Sie würde nicht wie bisher das wichtigste Merkmal einer Person sein, nach dem sich bestimmt, ob sie eine „Sie“ oder ein „Er“ ist, was in der ganzen Sprache ständig betont wird. Es würde genausowenig eine Erwähnung wert sein, wie eben die Augenfarbe. Es wäre eine Nebensächlichkeit, die man kaum benennenswert finden würde und diebetrefflich man erst recht keine scharfen Begriffe entwickeln würde.

Also jedenfalls den Text würde ich empfehlen, ich werde ihn jetzt auch nochmal lesen: zum Text, Teil 2.



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