Atomkraft?? Ja bitte?

Unter dem bezeichnenden Motto „Mal richtig abschalten!“ haben riesige Massen von Berlinern vor kurzem eine Anti-Atomkraft-Retro-Veranstaltung veranstaltet. Wie kommt es heute in der Epoche des Klimawandels zu so einem Phänomen? In der Psychoanalyse nennt man das einen Schuldabwehrmechanismus. Man widmet sich einem kleinen, oberflächlich ähnlichen Problem, dessen Lösung man sich zutraut(Atomkraft, „Ozonloch“), während man das eigentliche Problem verdrängt, dessen Lösung man sich nicht zutraut(Klimakatastrophe). Dem euphorisierten berliner Anti-AKW-Mob steht diese Verschiebung ins Gesicht geschrieben. Sie haben sich Erleichterung verschafft von den düsteren Apokalysephantasien im Unbewussten und können wieder lachen, springen und „tanzen“.

Anti Atomkraft Demo Berlin

Berliner Atomkraftgegner „verwüsten“ die FDP-Zentrale


---

Passend dazu dieser Vortrag von Al Gore. Er wirkt wie ein irrer Prediger, weil er so idealistisch ist, hat aber in der Sache recht. Man müsste ihn mal vom Kopf auf die Füße stellen. Ab etwa Minute 20 läuft er zur Hochform auf, also bitte anschnallen.


22 Antworten auf „Atomkraft?? Ja bitte?“


  1. 1 samte 18. September 2010 um 19:20 Uhr

    Aber echte Argumente von Dir, warum dagegen blöd ist und warum dafür das einzig Wahre (als Umkehrschluss), die schreibst Du nicht auf. Warum nicht? Zu blöd? Oder einfach nur keine Ahnung vom Thema?

    Blogbeiträge, die die Welt auch nicht wirklich braucht.#fail

  2. 2 kriegstheater 18. September 2010 um 19:34 Uhr

    Ich dachte, das könnte man sich denken: Atomkraft ist eine saubere Energie jedenfalls im Vergleich zu fossilen Brennstoffen. Und solange man letztere nicht durch wirklich sauberen Strom ersetzen kann (Solar etc.), kann man auch nicht auf Atomkraft verzichten.

  3. 3 dissi 18. September 2010 um 19:54 Uhr

    wäre ich ein öko-freak hätte ich garantiert spannende links zur hand, die das gegenteil beweisen. aber so kann ich auch nur aus dem bauch sprechen: atomausstieg macht sinn, alleine wegen dem ganzen müll, den man nirgends begraben will.
    merkwürdig auch deine argumentation: al gore doof finden (zurecht!) und dann die atomenergie hochjubeln wegen vermeintlicher sauberkeit „im vergleich zu fossilen brennstoffen“, von wegen atomkraft vs. klimamayhem. jaja.
    sorry, aber ich stimme samte zu: #fail.

  4. 4 kriegstheater 18. September 2010 um 20:16 Uhr

    Türlich macht Atomausstieg Sinn, aber nicht jetzt und heute. Wie gesagt, heute wäre dann Kohle die Alternative, weil Solar etc. noch nicht ausreichend verfügbar sind. So ist das.

    Al Gore finde ich auch nicht doof, sondern „idealistisch“. Ich schreibe ja, er hat in der Sache recht, er argumentiert gegen „clean coal“ etc. Aber er setzt halt auf den „politischen Willen“, idealistischer geht es nicht.

  5. 5 dissi 18. September 2010 um 22:10 Uhr

    zur aktuellen diskussion stehen aber zwei versionen des atomausstiegs. ein früherer in ca. 10 jahren via spd/grüne und ein späterer via cdu/fdp. ich bin für den ersten. und wenn man den wollen würde, sollte man nich die subventionen kürzen für die etablierung der regenerativen energien. genau das macht aber die aktuelle regierung. diese regierung ist ein hotelsteuersenkendes dummheitsregime.

  6. 6 kriegstheater 18. September 2010 um 22:17 Uhr

    Klar, wenn man gleichzeitig regenerative Energien subventionieren würde, hätte ich auch nix gegen den Ausstieg.

  7. 7 kriegstheater 19. September 2010 um 1:23 Uhr

    Also ich muss jetzt doch zugeben, dass der Post gewissermaßen ein #fail war oder jedenfalls der Titel. Atomausstieg bin ich schon grundsätzlich dafür, wie gesagt. Aber mich würde mal interessieren, was Ihr von meiner massenpsychologischen These haltet, an der ich erstmal festhalte.

    ?

  8. 8 Travers 19. September 2010 um 10:42 Uhr

    Zur psychologie…

    Ich finde es eher bemerkenswert wie du scheinbar auf dieser Klima-Welle mit schwimmst!? Ich meine es ist sicherlich ein ideologischer Grabenkrieg, ob die Klimaerwärmung jetzt Mensch-gemacht ist oder nicht – und Spinner gibt es in beiden Lagern zuhauf (du hast ja auch schon einen der Hauptspinner zitiert).

    Was aber an der ganzen Situation kritisiert werden muss – ist die Tatsache, dass die gesamte Klimadebatte (im gegensatz zur sehr konkreten Atomdebatte [wo ich dissis Meinung bin]) eigentlich ein Hirngespinst ist.
    Ich persönlich habe zumindest noch keine stichhaltigen Erklärungen für eine mensch-gemachte Klimaerwärmung gehört – was ich auch nicht verwunderlich finde, wo wir doch noch nicht mal das Wetter in zwei Wochen vorhersagen können!?

    Viel eher finde ich die Frage diskutabel inwiefern dieser ganze Klimahype nicht schon religiöse Züge angenommen hat, und eine wissenschaftliche Betrachtung der Situation gar nicht mehr stattfindet.

  9. 9 bigmouth 19. September 2010 um 12:11 Uhr

    Ich persönlich habe zumindest noch keine stichhaltigen Erklärungen für eine mensch-gemachte Klimaerwärmung gehört – was ich auch nicht verwunderlich finde, wo wir doch noch nicht mal das Wetter in zwei Wochen vorhersagen können!?

    dann wohnst du offenbar in einem erdloch ohne medienzugang?

  10. 10 kriegstheater 19. September 2010 um 13:53 Uhr

    Ja ich bin ein „Warmie“.

    Das Wetter ist in der Tat schwer vorauszusagen, aber eine Veränderung des Klimas ist im Vergleich relativ leicht zu erkennen, weil das Klima ein Zyklus ist, der sich normalerweise nur sehr langsam verändert, bis auf Ausnahmen wie El Nino, mit denen man auch rechnen kann. Zu dem Thema empfehle ich das Buch „Klimawandel“ in der Arena Bibliothek des Wissens(ohne Fachjargon, mit „lustigen“ Illustrationen, sozusagen für „Jugendliche“). Da werden diese ganzen Standardargumente(Sorry) auseinandergenommen.

    Die Klimadebatte ist durchaus keine Hirngespinst und etwa die Katrina-Opfer sind Opfer des Klimawandels. Die weltweiten Schäden werden mittlerweile auf X Billionen gerechnet(nicht das mich solche Zahlen beeindrucken). Aber warum denkst Du denn gehen irgendwelche Inseln unter und gibt es Wüstenbildung und immer krassere Naturkatastrophen?

    Es stimmt aber natürlich, das jeder sein Klimabusiness / seine Klimapolitik betreiben will. So auch vor allem Deutschland, werde ich auch bald einen Beitrag zu schreiben.

  11. 11 Travers 19. September 2010 um 14:20 Uhr

    was ich kritisch betrachte ist die Zuordnung jeder Katastrophe auf „den Klimawandel“. Das ist doch ne typische selbsterfüllende Prophezeiung. Wird es Kalt --> Klimawandel; wird es warm --> Klimawandel; Orkan irgendwo? --> Klimawandel; Dürre? --> Klimawandel sogar das Erdbeben in Pakistan (+ überflutung) sind ja scheinbar für einige folgen des Klimawandels.

    Es wird komplett übersehen, dass es immmer extreme Wetterphänomene gab.

    Ich habe mich durchaus ein wenig mit den Klimatheorien beschäftigt, kommt man ja eigentlich auch garnicht drum herum. Aber ich denke echt, dass das ganze panisch aufgebauscht wird. Gutes beispiel sind die angeblich unglaublich häufiger gewordenen Unwetter, als Beleg wird dann gerne die Statistik über Sturmschäden herangezogen (die du ja auch anführst); was dabei unterschlagen wird ist einfach, dass es heutzutage viel mehr (anfällige) Infrastruktur gibt als früher – wo ein blitz früher in einen Baum eingeschlagen ist und nahezu keinen Schaden angerichtet hat, trifft er heute viell. eine Serverfarm und vernichtet millionen von digitalen euros oder dollars.

    Klar gibt es vielen Theorien über den Klimawandel, und ich bin mir auch sicher das das Klima wärmer wird, zumindest sieht es aktuell so aus; aber es gibt so viele alternative erklärungen (z.b. sonnenaktivität, sonnenflecken etc.), die mir doch deutlich sinniger vorkommen als die leidige CO2 debatte.

    Mag sein, dass ich damit falsch liege; womit ich aber def. nicht falsch liege ist:

    die ganze debatte wird von einigen Moralaposteln dazu genutzt anderen Menschen vorzuschreiben wie sie zu leben haben. Und das sind genau die gleichen Oekogermanen, die die FDP zentrale plakatiert haben.

    Ich jedenfalls will nicht auf meinen Karibikurlaub verzichten nur weil der Flieger CO2 und „schlimmeres“ in die Luft bläst, ich will nicht auf Südfrüchte im Winter verzichten- einfach weil ich sie mag, ich will nicht auf die Möglichkeit verzichten im Auto von A nach B zu kommen und ich will auhc nicht darauf verzichten im Winter, meine Wohnung auf dekadente 25°C zu heizen.

    Warum auch? Für wen denn? Ich lebe jetzt und heute und ich hab nur ein Leben zur Verfügung, das sollte ich jawohl genießen. Wenn einige Leute auf Askese stehen, bitte, aber drückt mir das doch bitte nicht auf.

    Und wenn jetzt kommt: Denk doch mal an die ärmsten Länder, die triffts doch am meisten … dann kann ich nur sagen; viel schwerer träfe sie eine Drosselung der Kohlenutzung. Durch die Ausweitung der weltweiten Produktion, und das macht der Kapitalismus ja nunmal, steigt auch der durchschnittliche Reichtum der ärmsten der Welt – wenn ihr nun Enthaltsamkeit predigt ist das schon irgendwie zynisch.

  12. 12 kriegstheater 19. September 2010 um 16:15 Uhr

    Zur Frage Klimawandel ja oder nein schreibe ich demnächst mal einen neuen Post. Aber ich kann dir schonmal sagen, dass Du was das anbetrifft IMHO definitiv falsch liegst.

    Das Karibikargument leuchtet mir aber natürlich ein. Ich hab auch keine Lust auf Fliegen zu verzichten und bin überhaupt gegen diesen individuellen Verzicht(bringt auch nicht viel). Die einzige Lösung wäre die ganze Weltwirtschaft grundsätzlich umzustrukturieren, was nur die Rätemacht durchführen kann. Zum Beispiel könnte man sofort den Autoverkehr/Transport auf Elektro und Solarstrom umstellen. Fliegen klar ist cool, aber vielleicht könnte man auch hier Alternativen finden, z.B. würde ich auch gerne auf so einem Titanicmäßigen Kreuzer zu anderen Kontinenten reisen, was heute weitgehend abgeschafft ist. Auf jeden Fall unsinnig sind aber Pendlerflüge etwa von Frankfurt nach München und überhaupt diese Businessflüge innerhalb Europas, die wahrscheinlich einen großen Teil des Flugverkehrs ausmachen. Kommt mir jedenfalls so vor, dass sich hauptsächlich Leute mit Anzug und Aktenkoffer an Flughäfen rumtreiben.

    Dein letzter Absatz ist leider kompletter Unsinn. Der Reichtum der Ärmsten der Welt steigt? Schonmal von Afrika gehört?

  13. 13 Travers 19. September 2010 um 17:11 Uhr

    Naja das im Communismus alles besser ist – ist ja klar :D .

    Der letzte Absatz ist allerdings kein Unsinn, nur weil es vielleicht für Afrika nicht zutrifft. Die wachsenden „Mittelschichten“ in Indien und China kannst du nicht wegdiskutieren, und die gibt es u.a. deshalb weil diese Länder sich massiv kapitalisieren. Natürlich gibt es auch dabei wieder viele verlierer, aber die Verelendungsthese trift imo für diese Regionen meiner Meinung nach nicht zu.

  14. 14 bigmouth 19. September 2010 um 18:06 Uhr

    Klar gibt es vielen Theorien über den Klimawandel, und ich bin mir auch sicher das das Klima wärmer wird, zumindest sieht es aktuell so aus; aber es gibt so viele alternative erklärungen (z.b. sonnenaktivität, sonnenflecken etc.), die mir doch deutlich sinniger vorkommen als die leidige CO2 debatte.

    quatsch, sie behagen dir mehr, weil du dein verhalten nicht ändern willst

  15. 15 t 20. September 2010 um 13:37 Uhr

    viele alternative erklärungen (z.b. sonnenaktivität, sonnenflecken etc.)

    oh wow, da hab ich wohl in einem erdloch ohne medienzugang gewohnt. und über sinnigkeit lässt sich natürlich streiten, wenn man null ahnung von chemie und schlichten fakten hat.

  16. 16 t 20. September 2010 um 13:40 Uhr

    Zum Beitrag und der Psycho-These: So ein Quatsch. Schon allein, weil du den anti-AKWler_innen unterstellst, sie würden sich nicht um den Klimawandel kümmern.

  17. 17 t 20. September 2010 um 13:42 Uhr

    „die ganze debatte wird von einigen Moralaposteln dazu genutzt anderen Menschen vorzuschreiben wie sie zu leben haben.“

    hm, regieren grad die grünen oder hab ich was verpasst? du armes opfer, dass dir alles was aufzwingen. KÄMPFE!!!

  18. 18 kriegstheater 20. September 2010 um 13:54 Uhr

    So ein Quatsch. Schon allein, weil du den anti-AKWler_innen unterstellst, sie würden sich nicht um den Klimawandel kümmern.

    Tue ich ja gar nicht. Aber sie verdrängen das Problem (jedenfalls kurzfristig). Aber ich gebe zu, dass die These gewagt ist.

  19. 19 dissi 21. September 2010 um 22:10 Uhr

    bin immer noch kein öko, aber ich habe gestern einen interessanten fernsehbeitrag gesehen: die norweger wissen nich wohin mit all ihrem sauberen strom aus wasserkraft – weil der brüderle auf der leitung sitzt:
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=6770834/1uxeb5l/index.html

  1. 1 Stell dir vor, es wird demonstriert und alle gehen hin « politik.de > Blog Pingback am 08. Oktober 2010 um 13:19 Uhr
  2. 2 Weiteres zur Atomkraft « K’s Kriegstheater Pingback am 01. April 2011 um 11:06 Uhr
  3. 3 Weiteres zur Atomkraft « meta . ©® . com Pingback am 02. April 2011 um 18:14 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Abonnieren Sie den
Kriegstheater RSS-Feed.
Dann sind Sie mühelos
immer auf dem
Laufenden.