Kampagne zum Alkoholismusproblem

In der letzten Zeit sind mir häufiger solche kleinen Wandzeitungen aufgefallen, also praktisch 1seitige Flugblätter, die an der Wand kleben. Finde ich relativ wirkungsvoll, also hab ich mich mal in dieser Form versucht und eine kleine Agitationsschrift entworfen:

Ich hoffe auf Ihre Kritik.


55 Antworten auf „Kampagne zum Alkoholismusproblem“


  1. 1 jitzchak45 15. Februar 2011 um 15:00 Uhr

    Na, jetzt schmeißen die ihre Flaschen sicherlich alle sofort weg.

    Warum stellst du dich nicht noch nen bisschen vor Werkstore und versuchst den Arbeitern ihre Ausbeutung zu erklären?

  2. 2 tomtaylor 15. Februar 2011 um 16:38 Uhr

    @dissonanz: klar, die alkis sind halt zu dumm, um was zu verstehen. wenn sie nicht gleich zu kommunisten erleuchtet werden, dann lassen wir die besser erstmal da, wo sie sind. immerhin gibt es ja prädestiniertere leute für gesellschaftskritik: blogger.
    warum gehst du nicht sterben?

  3. 3 steinkauz 15. Februar 2011 um 16:57 Uhr

    Naja, vielleicht finden sich ja ein paar Faschisten, die die – eigentlich – schon toten Alkis erschießen. Also wer macht mit? Ich besitze fünf Kindergewehre. Sie hängen in meinem Kasten, an jedem Haken eines. Das erste gehört mir, zu den anderen kann sich melden, wer will.

  4. 4 kriegstheater 15. Februar 2011 um 17:16 Uhr

    @jitzchak45: Hm. Leuchtet mir nicht ein. Du meinst das interessiert die Trinker nicht? Warum? Natürlich werfen sie jetzt nicht ihre Flaschen weg, was ich auch gar nicht bezwecken will.

    @steinkauz: Du Widerling.

  5. 5 u 15. Februar 2011 um 17:18 Uhr

    Warum stellst du dich nicht noch nen bisschen vor Werkstore und versuchst den Arbeitern ihre Ausbeutung zu erklären?

    gute frage. wieso eigentlich nicht?

  6. 6 steinkauz 15. Februar 2011 um 17:44 Uhr

    @kriegstheater:

    Die Beleidigung gebe ich zum einen Teil zurück, zum anderen, bei Gelegenheit, weiter.

    Falls es immer noch unverständlich für Sie ist, worauf ich mich beziehe:
    Dieses Gefasel vom eigentlichen Leben führt doch dazu, dass das tatsächliche Leben gering geachtet wird, inklusive allem, was Linderung verspricht.

    Sie sollten selbst Marx lesen, dann würden Sie diesen Entfremdungskritikblödsinn vielleicht überwinden.

  7. 7 ulf 15. Februar 2011 um 18:17 Uhr

    paar gedanken dazu
    es wäre der zugänglichkeit für den betrachtenden förderlich wenn erkennbar wäre, ob der verfasser selbst dem (teilzeit)alkoholismus frönt, z.b. durch benutzung der ich-form.
    „er träumt bloß von einer sache, die er schon längst besitzen könnte.“
    stimmt wohl, wobei es da natürlich nicht nur auf ihn oder sie alleine ankommt.
    und zu konstatieren, dass man sich in einer misere befindet muss keinen positiven input implizieren, sondern kann auch einfach nur destruktiv wirken. in diesem sinne wäre interessant zu erfahren, welches feedback der flyer, insbesondere die geschilderte romanhandlung erfährt (nicht hier, sondern vorm aldi).
    die kritik des steinkauz kann ich da, abgesehen vom gerede vom „entfremdungskritikblödsinn“ nachvollziehen.

  8. 8 kriegstheater 15. Februar 2011 um 18:55 Uhr

    @ulf: Zur Benutzung der Ich-Form war ich wohl zu feige. Die männliche 3. Person Singular ist auf jeden Fall keine gute Wahl.

    Was die Rezeption anbetrifft mache ich mir in dieser Hinsicht keine Sorgen. Trotzdem ich Steinkauz‘ Kritik jetzt auf nachvollziehen kann. Aber: So ist das eben. Ein nüchterner Blick auf die eigene Misere ist schmerzhaft, aber Vorraussetzung um aus ihr rauszufinden.

  9. 9 tomtaylor 15. Februar 2011 um 18:58 Uhr

    @steinkauzdepp: schon mal marx gelesen?

    „Die verselbständigte und entfremdete Gestalt, welche die kapitalistische Produktionsweise überhaupt den Arbeitsbedingungen und dem Arbeitsprodukt gegenüber dem Arbeiter gibt, entwickelt sich also mit der Maschinerie zum vollständigen Gegensatz.“ (MEW23:455)

    Das ganze ist auch bekannt als Herrschaft von „toter“ über „lebendige“ Arbeit.

    „Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt.“ (MEW23:596)

    ui, entfremdete arbeit!

    dazu genau in dem selben tenor in den bösen ökonomisch-philosophischen manuskripten:

    „Die Entäußrung des Arbeiters in seinem Produkt hat die Bedeutung, nicht nur, daß seine Arbeit zu einem Gegenstand, zu einer äußern Existenz wird, sondern daß sie außer ihm, unabhängig, fremd von ihm existiert und eine selbständige Macht ihm gegenüber wird, daß das Leben, was er dem Gegenstand verliehn hat, ihm feindlich und fremd gegenübertritt.“ (MEW 40, S. 510)

    du schreibst davon, dass „das tatsächliche (sic!) Leben gering geachtet wird“. guter witz. und überhaupt: das heutige leben verachten, schrecklich!

  10. 10 steinkauz 15. Februar 2011 um 19:26 Uhr

    Sie haben wohl alles von Karl Marx gelesen: Die Entfremdung Band 1-3, Theorien über die Trennung Band 1-3, Grundrisse der Entfremdung und die entfremdungskritischen Manuskripte.

    Wenn Sie das heutige (sic!) Leben verachten, bringen Sie sich doch um, was Sie sich vom Kommunismus erhoffen, bringt Ihnen nur der Tod.

  11. 11 u 15. Februar 2011 um 19:46 Uhr

    was erhofft sich tomtaylor denn vom kommunismus?

  12. 12 steinkauz 15. Februar 2011 um 19:58 Uhr

    Sicherlich nicht nur das Ende der entfremdeten Arbeit. Da er sein Leben verachtet vermutlich auch das Ende des individuellen Leids. Als ob sich im Kommunismus Gesellschaft und Vermittlung auflösen würden!
    Selbst Guy Debord würde lachen, wenn er den Schrott hier noch lesen könnte.
    (Guy Debord hat übrigens gerne Schnaps getrunken.)

  13. 13 tomtaylor 15. Februar 2011 um 19:58 Uhr

    ich vergaß, der reife marx hatte die last mit der entfremdungskritik über bord gewofen. und als frühreifer nullchecker möchte man halt gerne die wahrheit konkret haben, wenn dabei auch nur schlechte abstrakta herausspringen. den begriff leben als objektiven referenten des gesellschaftlichen lebensprozesses zu konkretisieren (und zwar gegen jeden vitalistischen popanz) macht da nur ungehörige anstrengungen. bei dem ressentiment gegen entfremdungskritik handelt es sich also um antidialektische idiosynkrasie.

    was ein unentfremdetes leben angeht, handelt es sich keineswegs um die liquidierung des gegensatzes von subjekt und objekt (reine identität, tod). hättest du mal marx gelesen, würdest du wissen, dass seine entfremdnungskritik von beginn an zwischen vergegenständlichung und entfremdung zu unterscheiden weiß.

    übrigens soll es ja leute geben, die sich umbringen, weil ihr leben scheiße ist. aber die haben sicherlich alle geirrt.

  14. 14 jitzchak45 15. Februar 2011 um 20:06 Uhr

    @tomtaylor: Behaupte ich, dass sie zu dumm sind und sich niemand drum kümmern sollte? Sind Blogger denn besonders prädestiniert dafür mittels Aufkleberaktionen bei Trinkern zu „agitieren“. Ist das bei dir gängig Leuten in Diskussionen den Tod zu wünschen?

    @kriegstheater: Was willst du denn erreichen mit deiner „Agitation“? Vielleicht hab ichs ja nur nicht verstanden.

  15. 15 tee 15. Februar 2011 um 20:29 Uhr

    Vor allem, WEN willst Du erreichen? Liest sich wie ein Uni-Aushang. Proletariat … haha.

  16. 16 kriegstheater 15. Februar 2011 um 20:38 Uhr

    @jitzchak45: Das sollte ja wohl klar sein, den Alkoholismus kritisieren, begreifen helfen.

    @tee, du Troll: Durchaus nicht.

  17. 17 steinkauz 15. Februar 2011 um 20:39 Uhr

    tomtaylor, Sie verstehen mich ganz falsch, ich habe überhaupt nichts gegen Suizid, würde den Ihren sogar befürworten.
    Ihr adornisierender Jargon kann nicht darüber hinweg täuschen dass Lebensphilosophie Lebensphilosophie bleibt. Ihre sogenannte Dialektik ist nur Verzwicktheit, Lebensphilosophie ja, aber bitte ohne Vitalismus.

    Leider ist es so, dass mir Karl Marx keine Offenbarungen überliefert hat, die sich mir ohne Interpretation erschließen, ich kann mich nur das Offensichtliche wiederholen: Entfremdungskritik ist nicht Marxens Ziel.

  18. 18 derivat 16. Februar 2011 um 0:50 Uhr

    hello busfahrer,

    schönes aufklärungsplakat.
    in frankfurt könntest du das an der trinkhalle aufhängen, an der ich immer morgens ab 13:00 mein binding ex zu mir nehme – mit pommes rot-weiss.

    kannst du gleich neben die kleinen heftchen von den zeugen jehovvas und die „junge welt“ legen.

    prost
    pomfritz

  19. 19 tee 16. Februar 2011 um 1:54 Uhr

    Na dann, kriegstheater …

  20. 20 dodoisnotdada 16. Februar 2011 um 3:12 Uhr

    Hollá,

    ich fühle mich ein weiteres mal in meiner Annahme bestätigt, dass dieser Pseudo-theoretische Blogsport Unfug nicht lesenswert ist. Zumindest was die Kommentare anbelangt, erreicht es wie im „linken Netz“ zwar ein anderes Level, doch ist es der selbe Quatsch wie in jeder lokalen Gazette. Dennoch fühlt man sich fast genötigt hier einen Kommentar loszuwerden, auch wenn man Gefahr läuft, eben einer dieser hirnlosen Spinner zu werden.

    Ich möchte wirklich nicht auf diese ganzen stupiden Wikipedia belesenen, wie diesen Tee eingehen der sich seit Jahren in die Bockwurst-Sphäre zurückzieht. Verstößt sein „Angriff“ mit dem letzten Post doch gegen das in seinen Reihen geltende Recht: Das „Godwinsche Gesetz“.

    Das was Steinkauz versucht ist mehr als holprig, begreift nicht mal das Atom und will von Blitz und Donner schwafeln. Immerhin darf er sich stolzer Besitzer einer Guy Debord Biografie (die es im übrigen nicht gibt) nennen. Vielleicht hätte sie aber auch mal die Primärliteratur lesen sollen – wäre ein wenig gescheiter gewesen. Oder sagst du auch, dass Debord sich später als er zurückgezogen und alleine hauste (nachdem seine beste Bekanntschaft und gleichzeitig Verleger gestorben ist) auch von seinen „Frühwerken“ distanzierte? Manche wollen das ja erkennen.

    @kriegstheater: Die Sache die du aufmachst ist eine recht interessante. Anscheinend bist du dir (das setze ich mal voraus) nämlich der eigenen Ohnmacht bewusst und gleichzeitig versuchst du die Vereinzelung (der Robinson Crusoe´s) zu überwinden. Weniger durch blinden Aktionismus (der meist in Pseudoaktivitäten endet), dass nämlich impliziert hätte, den aktuellen Beitrag nicht zu posten und ihn so einer kritischen Refklektion (außerhalb der von dir gewählten Lokalitäten an den du diese Plakate anbrachtest) zu entziehen. Der Inhalt ist mehr als fraglich, denn tatsächlich erscheint es, dass die Intention ist, einem Proletariat etwas erklären zu wollen – es gleicht dem Strammstehen vor den Fabrikstoren alter K-Gruppler. Die Anrede ist eben schon eine solche, die mir zu denken gibt.

    Die Sache ist die, dass der Text etwas zu erklären versucht, aber wer benötigt Erklärungen? Schon die Wahlplakate am Straßenrand und die mir so lieben Plakate der Parteien wollen mir ständig erklären, dass ich etwas machen/lassen soll. Einerseits ist der „Kapitalismus am Ende“ andererseits ist nun wieder Aufschwung.

    Die Kritik ist nicht erschlagend! Sie muss bissig sein. Sie muss den „Feind“ vernichten und gleichzeitig immer und immer wieder über Bord geworfen werden, solange/sobald sie den Gegenstand nicht trifft.
    Diese Erklärungen sind schon längst überflüssig geworden. Richtig, schreibst du ja:“Liest es bei Marx“. Das ist eine sehr konsequente Anweisung, die man viel zu oft fürchtet auszusprechen.
    Vielleicht sollte man sich weiter auf dem Gebiet bewegen. Probleme gibt es aber auch noch wie man das Ganze messbar macht. Außerdem sollte man sich andere Anreden überlegen. Ein „wir“ ist ebenso zu verwerfen, wie ein „ich“. Das weniger mit Mut zu tun hat, als darauf abzielt, dass man sich in der isolierten Situation nicht angesprochen fühlt – warum auch? Wann werde ich denn auch gefragt, mich drängt es nach der Diskussion, aber das was ich bekomme ist meist nur Unterhaltung. Mir hört schon lange niemand mehr zu.
    So dieser verwirrende Beitrag nimmt sein Ende. Ich entschuldige mich schlimmstenfalls, nicht. Auf wiedergesehen. meow.

    AN diese gescheiterten Intellektuellen (Steinkauz bspw., obwohl man sie dann schon würdigt), die keinen marxistischen Lehrstuhl mehr finden ist nur das gesagt, dass die Antideutschen Kommunistinnen Berlin haben es schon sehr richtig erkannt haben:
    „Wochenlanges Studieren von Adornotexten ist solange tatsächlich überflüssig, wie die Kritik nicht die Menschen ergreift und zur Umwälzung der Verhältnisse führt. Solange dies nicht geschieht, könnte man statt dessen auch Comics in der Badewanne lesen, was weniger Kopfschmerzen bereitet; nur als praktische Kritik ist Kritik etwas anderes als bürgerliches Studium. Wenn die Angst größer ist, bei einer falschen Adorno- oder Marxrezeption erwischt, als bei der Lüge ertappt zu werden, was die mangelnde Praxis angeht, dann ist geschäftiges Theoretisieren von linken Bildungsphilistern nichts als das Streben nach Halt, den Andere beispielsweise im Briefmarkensammeln suchen.“

    Wo doch manche hier von der SI reden wollen, wäre es wohl angemessen, auf eine ihrer elementaren kritischen Ausführungen zu verweisen: „Die Kritik des Alltagslebens“ nämlich.

    Ach:
    Die männliche 3. Person Singular ist auf jeden Fall keine gute Wahl.“ Ist ebenso „der Trinker“ nur auf das männliche Geschlecht bezogen.
    Aber nur am Rande.

    UND dein sie-zen kannste dir sonst wohin packen:

    „Sowohl das Duzen, als Gemeinschaftsgefühl stiftende Form der Anrede, scheinbar ohne Statusunterschiede zwischen den sich du-zenden Personen, als auch das Sie-zen, als Höflichkeitsform, die sich gar nicht die Mühe macht, die Rangunterschiede zwischen Menschen zu überdecken, sind ohne das Prinzip der Herrschaft nicht zu denken und würden in dem Moment, in dem eine Gesellschaft für den Menschen mit all seinen Möglichkeiten geschaffen würde, nichtig werden.“

  21. 21 tee 16. Februar 2011 um 11:49 Uhr

    Die Kritik ist nicht erschlagend! Sie muss bissig sein.

    na dann leg doch mal los!

  22. 22 tee 16. Februar 2011 um 12:04 Uhr

    Verstößt sein „Angriff“ mit dem letzten Post doch gegen das in seinen Reihen geltende Recht: Das „Godwinsche Gesetz“.

    1. Es heißt „Godwins Gesetz“. Bissl mehr Wikipedia stünde Dir gut.
    2. Es handelt sich um eine Postkarte oder Plakat vom DAAB.

    Denn im Gegensatz zu kriegstheater oder Dir bin ich hier nicht in Feindschaft unterwegs, also lass die Projektion.

    ps: Apropos Feindschaft: Wie soll Kritik denn „den „Feind“ vernichten“?

  23. 23 u 16. Februar 2011 um 12:25 Uhr

    Der Inhalt ist mehr als fraglich, denn tatsächlich erscheint es, dass die Intention ist, einem Proletariat etwas erklären zu wollen –

    und was soll daran falsch sein? (plakate liefern in der regel keine erklärungen.)

  24. 24 dodoisnotdada 16. Februar 2011 um 12:49 Uhr

    Das Plakat versucht doch zu erklären, dass der Alkoholismus (und dann hat es ja noch den Bezug zu einem Subjekt /* der Trinker */, indem die Kritik an diesen ausgewählten Orten zugänglich gemacht wird ) keine Lösung des Problems ist.(Das versucht Caritas im übrigen auch, wenn auch mit dem entscheidenen Unterschied die TrinkerInnen mit Arbeit als Entzug)
    Was liefert denn eine Erklärung? Andere Frage, wer sucht denn überhaupt nach einer Erklärung – ich sicherlich nicht. Wer nach Erklärungen sucht, nach einer weltumfassenden Formel (wie die Physik) wird irgendwann scheitern, weil es schier unmöglich ist.
    Die Feind wird nur die kritische Praxis zerstören kommen, dann wenn man an den Punkt ohne jegliche Möglichkeit zur Umkehr angelangt ist. Mit anderen Worten (ohne sich auf das Niveau von Revolutionsromantikern und Berufsrevolutionären stellen zu wollen) mit der Revolution.

    Die Unterschrift des DAAB habe ich zu dieser späten Stunde versehentlich überlesen. Man entschuldige.

    HAHAHAHA. Ich kann doch wohl noch kategorische-abstrakte Gedanken fassen ohne eine „vernichtende Kritik“ selbst zu liefern. Man müsste Bedingungen suchen, die eine solche ermöglichen. Es müsste auch ein Mittel der Sprache sein, denn nicht umsonst sagte Debord, dass die „Poesie im Dienste der Revolution“ zu stellen ist.

    @Tee: Deinen Schmusekurs kann ich mir im übrigen nicht erklären. In offener Feindschaft mit allen, die das schöne Leben täglich verhindern. Um mal eine Phrase zu dreschen, die wohl auch in der linksdeutschen Szene beliebt ist.

  25. 25 u 16. Februar 2011 um 13:00 Uhr

    du hast erklärungsversuche mit mainstream-polit-plakaten gleichgesetzt, daher der satz in der klammer.

    ich würde aber nun gerne wissen, was der fehler daran ist, den prolet_innen ihre miese lage zu erklären (ich habe das mit bezug auf das fabrikstor auch schon gefragt und keine antwort erhalten) – und damit meine ich keine plakate, wie man sie von der politik serviert bekommt, aber zB (mehrseitige) flugblätter in verständlicher sprache.
    denn, große überraschung: die revolution kommt nicht von selbst. von selbst kommt wenn dann eine konformistische rebellion, die sich gerade daraus speist, dass die derart rebellierenden nichts verstanden haben.
    aber du kannst ja weiterhin von der revolution, die es nicht ohne grund nicht gab und gibt, träumen & schreiben und dabei lässig sein.

  26. 26 u 16. Februar 2011 um 13:03 Uhr

    In offener Feindschaft mit allen, die das schöne Leben täglich verhindern.

    na klar, da bietet sich tee nachgerade als „feind“ an. ist das der stand der kritik in deinen kreisen? – wenn erstmal alle angeblichen und wirklichen wursthaarträger beseitigt sind – durch „kritik“ (q.e.d.) – dann fängt das schöne leben an. großartig.

  27. 27 u 16. Februar 2011 um 13:16 Uhr

    @kriegstheater: meiner meinung nach ist das „plakat“, der „sticker“, untauglich, und zwar weil die menschen, wenn sie ihn lesen, sich nur denken: „oh mein gott, ein marxistischer freak!“ die lesen das, schütteln den kopf, machen sich lustig – und gehen weiter. ich halte es für illusionär, zu meinen, dass auch nur ein einziger zu marx greift. es fängt ja schon damit an, dass die alle davon überzeugt sind, dass ein heute ein proletariat gar nicht mehr gibt. das mit den trennungen kommt schön poetisch rüber, ist aber für den 08/15-leser nicht verständlich. und von was träumen sie denn, die leser_innen? vielleicht von billigerem alk oder vom „kanaken“ abschieben („dann geht’s mir besser!“).

    ich meine, dass man weiter unten ansetzen müsste. wie könnte man das machen? zB titel (sinngemäß):
    „jetzt haste aber wieder mal brav jeden cent dreimal umgedreht, gratuliere!“
    lauter schöne sachen im supermarkt, die regale voll – aber kaum was zu haben für dich, andauernd musst du deine bedürfnisse einschränken und hin- und herdenken, „was brauch ich unbedingt, was nicht“ … wieso ist dem so? weil dein lohn nicht reicht. wieso reicht er nicht (und ist er überhaupt dazu da, zu reichen)? …
    - da kann man dann, wenn man mal einiges grundsätzliches erklärt hat, auch wieder auf den alk kommen: in so ner gesellschaft macht es durchaus sinn, dass man alk nicht als genussmittel verwendet, sondern als abtötungsmittel. her mit dem – selbstverständlich: billigen! – fusel!

  28. 28 kriegstheater 16. Februar 2011 um 13:27 Uhr

    Debord wollte gerade nicht die „Poesie in den Dienst der Revolution“ stellen. Das war die Formel derjenigen Surrealisten, die zur KPF übergelaufen sind. Debord dementgegen wollte die Revolution in den Dienst der Poesie stellen. Nur so nebenbei bemerkt.

    @u: Danke, dass Du das Niveau gerettet hast. Das Problem bei der alten Fabrikagitation scheint mir zu sein, dass eine selbsternannte Avantgarde dem von ihnen selbst getrennt imaginierten „Proletariat“ die „Wahrheit“ „verkaufen“ wollte. Dieser Vorwurft trifft mich überhaupt nicht, weil ich eher eine Diskussion anregen will, unter Leuten die ähnlich fühlen wie ich. (Ich habe, wie bereits verschämt erwähnt, selbst ein Talent zum Alkoholiker)

    So einer pseudo-volkstümlichen Sprache werde ich mich garantiert nicht bedienen, weil ich in ihr gar nicht sagen kann, was ich sagen will. Ich will gerade auf den Begriff der Trennung kommen, werde ihn also wohl auch benutzen müssen. Ich glaube auch Du hältst „die Leute“ für dümmer als sie sind.

  29. 29 kriegstheater 16. Februar 2011 um 13:33 Uhr

    Ein Tip an alle: Setzt euch mal einen Abend an den Spätkauf oder Parkbank und redet mit den Leuten. Die sind von Parkbank zu Parkbank verschieden aber jedenfalls niemand redet da von Kanackenabschieben auf diese Weise oder redet überhaupt auf diese klischeehafte Weise.

  30. 30 dodoisnotdada 16. Februar 2011 um 13:38 Uhr

    @kriegstheater: jajaja. stimmt, ich habe nachgeblättert.
    „aber du kannst ja weiterhin von der revolution, die es nicht ohne grund nicht gab und gibt, träumen & schreiben und dabei lässig sein.“
    das mache ich ja gerade nicht, würde ich träumen, wäre ich auf demonstration und würde mich den chören der linken anschließen.

    welches niveau überhaupt?

  31. 31 u 16. Februar 2011 um 13:45 Uhr

    @kriegstheater: nun, ich halte das marx’sche kapital für richtig, man kann dazu auch „wahr“ sagen. „verkaufen“ will ich dies nun nicht, aber unter die menschen bringen. du scheinst das ziel mit mir zu teilen, da du ja schreibst, dass die leser_innen alles weitere bei marx nachlesen können/sollen.
    getrennt: das bin ich nicht. ich befinde mich in derselben miesen lage wie alle lohnabhängigen und ich bin der meinung, ich habe bei marx dafür die erklärung gefunden und auch begriffen, wie man das ganze abschaffen kann (revolution). jetzt suche ich verbündete, die mitmachen bei der revolution. allerdings suche ich nicht „irgendwelche“ verbündeten, ich will nicht mit menschen, die meiner meinung nach falsches vertreten (linke staatsidealist_innen oder demokratischen nationalist_innen zB) rumhampeln. d.h. ich muss mir diese verbündeten erstmal schaffen – ich muss mir die herbeiagitieren!

    für „dumm“ halte ich die prolet_innen auch nicht. nur: schon alleine an meiner vergangenheit kann ich erkennen, dass man sich viel mist zusammendenkt. ich hatte irgendwann das glück, menschen zu begegnen, die mir so manches erläutert haben. erst dabei entdeckte ich das interesse für marx, habe ich überhaupt begriffen, dass ich da nachlesen kann, wie diese gesellschaft beschaffen ist.
    und ich bin halt der meinung – aber darüber kann man sich sicher lange unterhalten –, dass man mit „poesie“ (und darunter fällt bei mir tatsächlich auch dein „plakat“) nicht wirklich weiter kommt.
    was fällt denn denjenigen, die das plakat lesen, unter „trennung“ ein? vielleicht fühlen sie sich getrennt vom „deutschen volke“ und sehnen sich eine nationale einigung herbei? vielleicht empfinden sie es als gemeine und bösartige trennung, wie ihr aktueller chef ist und wünschen sich ein kuscheliges betriebskollektiv mitten im kapitalismus – wo man „gemeinsam am strang zieht“, chefetage und fließbandarbeiter_in?

    sprache: war ja nicht ausformuliert, sondern alles nur sinngemäß.

  32. 32 u 16. Februar 2011 um 13:56 Uhr

    niemand redet da von Kanackenabschieben auf diese Weise

    als käme es auf die weise an, und nicht auf den inhalt. die zustimmung der bevölkerung zB zu sarrazin kann man schon mal zur kenntnis nehmen. affirmativer geht’s kaum: „klassenrassismus“, rassismus. die überwiegende mehrheit ist nationalistisch unterwegs, das sind fans des bürgerlichen staats. selbstverständlich sind die in der regel unzufrieden. schön ist das leben ja nicht, dass man als prolet_in hat. nur die erklärungen sind doch dann in der regel verkehrt. „gierige manager_innen“, „faule unterschicht“, „das sozialsystem unterwandernde migrant_innen“, „die falsche regierung“ …
    das muss man denen austreiben. durch erklärungen, durch kritik an ihren vorstellungen.

    @dodoisnotdada:

    die frage war, wie du da hin kommen willst:

    Die Feind wird nur die kritische Praxis zerstören kommen, dann wenn man an den Punkt ohne jegliche Möglichkeit zur Umkehr angelangt ist.

    agitieren, erklären, kritisieren – scheint ja falsch zu sein, zumindest nicht dein weg. daher nochmal die frage: wie stellst du dir das vor, dass es zur revolution kommt? wer soll die denn machen? du und deine 100 homies?

  33. 33 dodoisnotdada 16. Februar 2011 um 14:01 Uhr

    ich hatte nie etwas gegen eine kritik einzuwenden, doch sie ist nicht zugänglich. das sagte ich bereits. wie sie auszusehen hat, weiß ich derzeit nur grob. ich kann es nur umfassen, wie oben angedeutet, dass wäre halt auch eine aufgabe der heutigen kommunist_innen.

    ansonsten:
    http://www.youtube.com/watch?v=JDrvjYOts1A

  34. 34 tee 16. Februar 2011 um 14:13 Uhr

    Schmusekurs

    *schnurr*

  35. 35 tee 16. Februar 2011 um 14:17 Uhr

    Die sind von Parkbank zu Parkbank verschieden aber jedenfalls niemand redet da von Kanackenabschieben auf diese Weise oder redet überhaupt auf diese klischeehafte Weise.

    gut, in plagwitz nicht. in reudnitz ist das leider schon etwas anders.

  36. 36 lol 16. Februar 2011 um 15:07 Uhr

    „Sie sollten selbst Marx lesen, dann würden Sie diesen Entfremdungskritikblödsinn vielleicht überwinden.“

    „Sie haben wohl alles von Karl Marx gelesen: Die Entfremdung Band 1-3, Theorien über die Trennung Band 1-3, Grundrisse der Entfremdung und die entfremdungskritischen Manuskripte.“

    „Leider ist es so, dass mir Karl Marx keine Offenbarungen überliefert hat, die sich mir ohne Interpretation erschließen, ich kann mich nur das Offensichtliche wiederholen: Entfremdungskritik ist nicht Marxens Ziel.“

    Bitte entscheiden sie sich doch, genügt es nun bloß „selbst Marx (zu) lesen“ (gar bloß die Titel seiner Werke, „Das Kapital Band 1-3″ , „Theorien über den Mehrwert 1-3″) oder ist eine Interpretationsleistung notwendig?
    Ich bin zugegeben verwirrt, bemerken sie dem K gegenüber noch onkelhaft er solle den Marx nur einmal lesen, um sich seine lebensphilosophischen Flausen auszutreiben, schwenken sie plötzlich um als K unerwartet Hilfe vom Herrn Taylor bekommt.
    Dieser ist so frech die Aufforderung die Blauen Bände doch einmal zur Hand zu nehmen, spöttisch als Frage getarnt, an sie zurück zu reichen.
    Drei Zitate führt er ins Feld, zwei davon – oh graus – stammen gar aus dem Spätwerk des guten Mohr. Dabei wissen sie genau, dass dieser seine philosophischen Flausen doch wohl überwunden hatte zu diesem Zeitpunkt.
    Doch wie soll ich das verstehen, nun plötzlich ist ihnen das lesen, wo sie dazu aufgefordert werden, nichts mehr wert. Plötzlich muss nicht nur gelesen, sondern das gelesene auch noch verstanden werden – zu recht weisen sie auf diese Tatsache hin, überhaupt braucht es neue Leseschulen für die Jugend – doch wie?
    Stehen tut nun offensichtlich etwas von der Entfremdung in dem Text, und so ist es um so meisterlicher wie sie die Interpretation des Herrn Taylor in der Luft zerreisen. Erklären kann ich mir ihr Verhalten nur so: Weil der gute Herrgott mit dem Rauschebart nicht vom Himmelstieg um ihnen zu offenbaren, was sein Ziel gewesen sei mit der Formulierung seiner Kritik der politischen Ökonomie, sind sie selbst zu ihm hinauf gefahren. Dank dieser vortrefflichen Leistung können sie wohl was gerade noch interpretiert werden musste, das nun „Offensichtliche“ jenen verkünden die im Staub der Erde zurückblieben: „Entfremdungskritik ist nicht Marxens Ziel“.

    Überhaupt ist mir Rätzelhaft: Wieso überhaupt soll aus dem Umstand das dieses („heutige“) Leben, umgangssprachlich formuliert (die Umgangssprache wird man dem K, der ja keine gebildete Disputation unter Kennern des Marxschen Oeuvre beginnen möchte, doch zugestehen, immerhin will er keine gebildete Disputation anstoßen, sondern in der Sprache des Alltags in den Alltag von irgendwelchen Betrunkenen intervenieren ) für die Menschen nicht das bereit hält, was sie von diesem leben erwarten. Was daran aber soll lebensphilososphie sein? Warum sollte man, nur weil man bemerkt, das das leben nicht das für einen bereit hält was man sich wünscht, die Bedürfnisse die man so hat nur rudimentär sondern ziemlich viel scheiß – sie entschuldigen diesen Ausdruck – für einen bereit hält, die Idee eines „eigentliches Lebens“ aus dem Hut zaubern.
    Ihre, es keine persönliche – glauben sie mir, Unfähigkeit die geringe Achtung vor dem eigenen jetztigen Leben, als Unverstandene – und deswegen autoagressive – Verachtung davor, wie man hier leben muss zu begreifen ist mir etwas unangenehm. Ich frage mich wenn sie so reden: was ist denn „tatsache“ und verspricht Linderung dieser Leiden? Tatsachen sind Staat und Kapital und je nach Ticket verspricht man sich halt vom einen oder anderen Linderung. Das was aber Linderung bringen könnte, ist das nicht gerade keine Tatsache, sondern die Abschaffung der vorgenannten?
    Warum ist das Ende der Ohnmacht und der Trennungen auf die der K anspielt nur im Tod? Ist der Kommunismus nicht die Kritik einer Gesellschaft in der die Einzelnen in der Konkurrenz gegeneinander gestellt waren, den Verkauf ihrer Waren zu befördern – die sich doch nicht rational planen lässt, sondern auf dem Markt entschieden wird – sei es um ihr Überleben zu sichern oder beim Preis des eigenen Untergangs (als Kapitalbesitzer) das Gesetz dieser Gesellschaft zu befolgen: die Plusmacherei?
    Sind die Menschen nicht im Kapitalismus als einzelne Ohnmächtig gegenüber den Gesellschaftlichen Verhältnissen, sind sie nicht in dieser Gesellschaft vereinzelt, getrennt?
    Das alles hat mit einem „eigentlichen Leben“ rein gar nichts zu tun.

  37. 37 u 16. Februar 2011 um 15:10 Uhr

    nichtsdestotrotz: was ist kritik? und wo ist der link zur erklärung & wie ist er beschaffen – oder gibt’s den gar nicht?
    denn deine kritik am plakat war ja zuvorderst, dass da ein erklärungsversuch unternommen würde. ganz offensichtlich verbittet sich das. wieso?

    wie sie auszusehen hat, weiß ich derzeit nur grob.

    dann wird’s zeit, dir das klarzumachen. :P

  38. 38 steinkauz 16. Februar 2011 um 15:42 Uhr

    lol, Sie Idiot, können Sie tomtaylor und kriegstheater nicht auseinanderhalten?

    Ich habe auch nie jemanden unterstellt, nicht Marx gelesen zu haben, im Gegensatz zu tomtaylor.

    Des weiteren schreiben Sie doch selbst: „Kritik der politischen Ökonomie“, ist das so unverständlich, wenn ich mich darüber aufrege wenn Menschen sich an der Entfremdung festbeißen?

    „Ihre, es keine persönliche – glauben sie mir, Unfähigkeit die geringe Achtung vor dem eigenen jetztigen Leben, als Unverstandene – und deswegen autoagressive – Verachtung davor, wie man hier leben muss zu begreifen ist mir etwas unangenehm.“

    Gibt es das auch als Satz? Vielleicht mit Grammatik und Inhalt?

    „was ist denn ‚tatsache‘ und verspricht Linderung dieser Leiden? Tatsachen sind Staat und Kapital und je nach Ticket verspricht man sich halt vom einen oder anderen Linderung. Das was aber Linderung bringen könnte, ist das nicht gerade keine Tatsache, sondern die Abschaffung der vorgenannten?“

    Schon wieder so ein Worthaufen, der Ihr Unverständnis bezeugt. Alkohol kann tatsächlich Mittel zur Linderung sein, darum ging es mir.

    „Warum ist das Ende der Ohnmacht und der Trennungen auf die der K anspielt nur im Tod?“

    Eben wegen den „Trennungen“. Das ist doch keine ökonomiekritische Kategorie.

    @dodoisnotdada:

    http://img.listal.com/image/248171/600full-guy-debord.jpg

    http://www.amazon.de/Guy-Debord-Revolution-Dienste-Poesie/dp/3893200657

    (besitze ich übrigens nicht)

    Sie scheinen sich ja wirklich gut auszukennen.

  39. 39 kriegstheater 16. Februar 2011 um 15:50 Uhr

    „Trennung“ ist genau eine politökonomiekritische Kategorie. In dem Flugblatt ist damit die Trennung von der Produktion dieser Gesellschaft bezeichnet.

    Schön, dass Sie auf den Kaufmann hinweisen. Imo die einzige einermaßen gute Biographie, sollten Sie sich anschaffen.

  40. 40 u 16. Februar 2011 um 16:04 Uhr

    Eben wegen den „Trennungen“. Das ist doch keine ökonomiekritische Kategorie.

    ach.

    Wenn freie Arbeit und Austausch dieser freien Arbeit gegen Geld, um das Geld zu reproduzieren und verwerten, um von dem Geld als Gebrauchswert nicht für den Genuß, sondern als Gebrauchswert für Geld verzehrt zu werden, Voraussetzung der Lohnarbeit und eine der historischen Bedingungen des Kapitals ist, so ist die Trennung der freien Arbeit von den objektiven Bedingungen ihrer Verwirklichung – von dem Arbeitsmittel und dem Arbeitsmaterial – eine andre Voraussetzung.

    […]

    Nicht die Einheit der lebenden und tätigen Menschen mit den natürlichen, unorganischen Bedingungen ihres Stoffwechsels mit der Natur, und daher ihre Aneignung der Natur – bedarf der Erklärung oder ist Resultat eines ||4|| historischen Prozesses, sondern die Trennung zwischen diesen unorganischen Bedingungen des menschlichen Daseins und diesem tätigen Dasein, eine Trennung, wie sie vollständig erst gesetzt ist im Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital.

  41. 41 lol 16. Februar 2011 um 17:43 Uhr

    sic

    „Ich habe auch nie jemanden unterstellt, nicht Marx gelesen zu haben, im Gegensatz zu tomtaylor.“

    et

    non
    „Sie sollten selbst Marx lesen, dann würden Sie diesen Entfremdungskritikblödsinn vielleicht überwinden.“

    oder möchten sie behaupten, in ihrem Satz würde der „Entfremdungskritikblödsinn“ nicht mit mangelnder (nicht mangelhafter) Marx Lektüre diagnostiziert und diese zur Abhilfe empfohlen?

    „Eben wegen den „Trennungen“. Das ist doch keine ökonomiekritische Kategorie.“

    Inwiefern soll das die Frage beantwortet?

    „Des weiteren schreiben Sie doch selbst: „Kritik der politischen Ökonomie“, ist das so unverständlich,“

    Scheinbar schon, wo doch „politische Ökonomie“ die Wirtschaftswissenschaft und nicht die Wirtschaft selbst ist. Marx kritisiert durch die kritik „politische ökonomie“ die Organisation der Produktion im Kapitalismus und durch diese die Gesellschaft. Aber ob Marx nun die Ökonomie kritisiert oder durch immanente Kritik dier Theorien der bürgerlichen Gesellschaft diese Gesellschaft selbst. Wer nimmt das schon so genau.

  42. 42 dodoisnotdada 17. Februar 2011 um 0:06 Uhr

    nebenbei: es kann gar keine biografie debord´s geben. genau das hat er zeit seines lebens richtigerweise versucht unmöglich zu machen. die freunde des situationismus haben es tatsächlich geschafft einen held zu formen. wie ekelhaft.

    das bild ist mir schleierhaft, dass debord und der kern in paris sich sehr gerne herumtrieb und in dunklen und verlassenen gaststätten sich umhertrieb ist mir bekannt. im übrigen hatte er auch für kurze zeit eine eigene mit michelle bernstein zusammen (die noch leben dürfte).

    kaufmann´s buch ist ganz ok, auch wenn er sich tatsächlich nur an eine biografie herangemacht hat. dieser beschissene züricher (?) akademiker.

    bislang wollte kriegstheater auf meine vorschläge nicht eingehen… vielleicht später. vielleicht nie.

    @u: dann mach sie mir doch mal klar, ich bitte drum!
    leider verstehe ich es wohl nicht.

    ich meinte damit, dass man nur daran arbeiten muss, sie zu skizzieren und durch solche beiträge zu diskutieren. durch erfahrungen haben wir die chance wie wir eine kritische theorie (kohärente kritik) auf höhe der zeit wirklich formen können. sollte das nicht die aufgabe dieser leute hier sein, will ich nichts mehr schreiben.

  43. 43 u 17. Februar 2011 um 0:49 Uhr

    @u: dann mach sie mir doch mal klar, ich bitte drum!

    ne, so war das nicht gemeint. sondern: dann mal ran an die arbeit, dodoisnotdada! – ganz offensichtlich suchst du doch noch erklärungen (trotz anders lautender kommentare).

  44. 44 dodoisnotdada 17. Februar 2011 um 12:30 Uhr

    das kann unmöglich die aufgabe einzelner kommunistInnen sein, dessen solltest du dir schon lange bewusst sein. ich habe schon meine schwierigkeiten die mit der eigenen ohnmacht nicht unterzugehen.
    ich weiß nicht woran du klarmachen willst, dass es erklärungen noch bräuchte? falls du meinst, dass ich eine kritik auf die höhe der derzeitigen (zu ende gehenden) epoche aus bin, ist das nicht gleichzusetzen mit erklärungsnöten. man müsste sich aufmachen und zu den schreiberlingen der situation werden… ganz das was das unsichtbare kommittee für sich beanspruchte, ohne ihre fehler zu begehen.

  45. 45 max 19. Februar 2011 um 2:05 Uhr

    ich finds super. und natürlich gehts marx letzten endes um entfremdungskritik. um was denn sonst? die kdpö ist nur das mittel, um zu begreifen, wie die aktuelle historische gestalt der entfremdung beschaffen ist, um dann die richtigen praktischen schlüsse ziehen zu können.

  46. 46 kriegstheater 19. Februar 2011 um 7:08 Uhr

    Endlich bemerkt mal jemand wie gut das eigentlich ist.

    @dodoisnotdada: Ich antworte dir morgen.

  47. 47 kriegstheater 20. Februar 2011 um 21:51 Uhr

    Also, dodoisnotdada, welches wären denn genau deine Vorschläge? Das die Kritik nicht bissig genug ist, mag sein. Es ist das bissigste, was mir eingefallen ist. Ansonsten stimme ich dir glaube in allem zu und freue mich über dein Verständnis meines Vorgehens: Experiment – Diskussion – Experiment Strich (EDE‘).

  48. 48 kriegstheater 21. Februar 2011 um 16:26 Uhr

    Sieh mal einer an: Laut LVZ ist der Alkoholkonsum in Leipzig seit meiner Kampagne um 20% zurückgegangen.

  49. 49 max 22. Februar 2011 um 13:01 Uhr

    worauf beziehst du dich?

  50. 50 kriegstheater 22. Februar 2011 um 13:10 Uhr

    Das war nur ein Scherz.

  51. 51 derivat 23. Februar 2011 um 2:03 Uhr

    das ist kein scherz!
    seit ich nicht mehr in leipzig wohne, ist der Alkoholkonsum um 19% zurück gegangen.
    ich beziehe mich auf die anzahl der aufgehobenen flaschen bzw. das entsprechende pfand im supermarchet.

  52. 52 max 04. März 2011 um 16:56 Uhr

    bin übrigens die letzten tage bisschen rumspaziert und war enttäuscht, dass ich deine plakate nirgends hab kleben sehen.

  53. 53 dodoisnotdada 06. März 2011 um 1:14 Uhr

    „Also, dodoisnotdada, welches wären denn genau deine Vorschläge?“
    Da müsste ich derzeit selbst rätseln, jedoch gibt und gab es Versuche, bspw die KRITISCHE THEORIE zu popularisieren ohne sie an ihrem Wahrheitsgehalt zu beschneiden (das was kulla bspw. macht, mit dem nichtidentischen; wenn ich mich da nicht täuschen sollte). eben sind es nicht die zahlreichen bahamas und ihre kinder (bojour tristesse; auch wenn sie für „insider“ sehr spannend und erkenntnislreich sein mögen) die eine kritik formulieren können, die a) allen zugänglich ist (damit meine ich nicht die sprache!) b) es als apologeten einer bürgerlichen demokratie (das bewiesen sie 2003) nicht mal den versuch unternehmen… was man ihnen hoch anrechnen muss, ist dass sie sich beispielsweise nie zu praxen drängen ließen. aber ich will an der stelle kein neues fass aufmachen.

    konkretisieren kann ich es eben – leider, auch nicht. ich halte bspw. deinen versuch hier für sehr richtig. die möglichkeiten die „wir“ (als communistische weltbürger) eben haben sind nicht arg groß und wir müssen uns wohl dem EDE‘, wie du es schön formuliert hast, „beugen“. vielleicht wird es ja noch mal interessant. probiere es mal mit kreide und lege ein übriges stück offensichtlich daneben, so dass ein commonique entstehen könnte – ich wäre gespannt.

    so etwas haben bekannte häufig versucht. die sache ist, wie messen wir eine resonnanz, brauchen wir diese überhaupt?

  54. 54 hackney 06. März 2011 um 10:59 Uhr

    was zur hölle macht kulla mit dem nichtidentischen?
    wer mit kreide malen will, soll mit kreide malen und wer bedruckte blätter in die luft schmeißen will, soll bedruckte blätter in die luft schmeißen. in dieser hinsicht hat die phantasie viele möglichkeiten; also lasst tausend blumen blühen.
    diese zunächst mehr hilflose als wirkungsvolle agitation wird von begrenzter wirkung sein, wie man sich denken kann, und nicht die kommunikation ersetzen, die kennzeichen eines wirklichen übergreifens der theorie über die masse ist.
    gegenwärtig haben die potentiellen subjekte der agitation aber noch nicht einmal den erwünschten gegenstand: die klassenkämpfe liegen bekanntlich brach in diesem land. aber das macht nichts, denn den künftigen agitatoren mangelt es spiegelbildlich an vernunft.
    vorschlag wäre: sich endlich der begriffe zu bemächtigen und das alltagsleben dort zu kritisieren, wo die entfremdung am schwächsten ist. also die schmach noch schmachvoller machen.

  55. 55 dodoisnotdada 06. März 2011 um 22:19 Uhr

    was ist denn deiner meinung nach eine wirkungsvolle agitation? immerhin sprechen wir insbesondere von einem experimentierfeld (!).
    ja in diesem land liegen die klassenkämpfe brach! sehr richti, dafür braucht man nicht einmal einen soziologen befragen… jedoch reduziert man das engagement (und das ist durchaus auch umsetzbar) ja nicht auf die nationalen schranken (die hinsichtlich der sache nur eine sprachliche barriere sein dürfte). erste hürde wäre es, falls man an einer kommunikation interessiert es, an einer vermittlung – die kritik da hingehend zu verfassen das sie zugänglich ist. bspw. ganz einfach dadurch das man den schrott noch auf englisch publiziert. aber nebensächlich. es gibt sehr wohl klassenkämpfe in der derzeitigen epoche. das was jedoch zu uns durchdringt ist nur ein bruchteil dessen und das auch nur verwaschen.

    dein vorschlag hört sich zu wahnsinnig an, als dass es je umsetzbar wäre, vor allem wenn du gleichzeitig von der „übergreifung“ (also einzelner agitatorInnen) auf die masse fabulierst.

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