Weiteres zur Atomkraft

Ich hatte vor einiger Zeit bereits einen Artikel zu dem Thema geschrieben. Nach der Katastophe in Japan will ich meine Ansichten nochmal rechtfertigen. Die Gefahr, die von Atomkraftwerken ausgeht, ist wieder offensichtlich geworden, das will ich nicht bestreiten. Aber offensichtlich ist auch, dass die Katastrophe durch eine Flut ausgelöst wurde, mit der niemand gerechnet hat, die sich aber einreiht in eine ganze Reihe von Tsunamis, Überschwemmungen, … in der letzten Zeit. Und ohne das jetzt genau nachweisen zu können, führe ich die sich häufenden Flutkatastrophen mal auf den Klimawandel zurück.

Angesichts jenes Klimawandels kann ich es nur wiederholen, dass man die Atomenergie weiterhin unbedingt braucht. So merkwürdig das angesichts der Katastrophe vielleicht klingt, es ist eben eine unbequeme Wahrheit. Momentan gibt es keine auch nur annähernd ausreichende, bezahlbare Alternative. „Sofort Abschalten“ ist einfach nur blanke Panikmache. Das wäre ein Abschalten im umfassenderen Sinne: Die Steckdosen funktionieren dann nicht mehr. Zweiflern sei die sehr anschauliche Präsentation von Standford University anempfohlen.

Nehmen wir an, der Weltenergiehaushalt speißt sich aus diesen Quellen:

Ich bin für eine kurzfristige Veränderung zu dem:

Und langfristig für eine revolutionäre Veränderung zu dem:

Vorschau: Im nächsten Beitrag geht es um die aktuelle Energiepolitik des BRD-nationalen Gesamtkapitals (incl. des deutschen Volkes). Ich werde jetzt hier übrigens wieder jeden Freitag um 16:00 Uhr was veröffentlichen, mein Mitteilungsbedürfniss ist zurückgekehrt.


20 Antworten auf „Weiteres zur Atomkraft“


  1. 1 Schlamassel 01. April 2011 um 12:00 Uhr

    Nur, dass halt die Katastrophe nicht direkte durch eine Flut ausgelöst wurde, sondern eigentlich durch einen simplen Stromausfall.

  2. 2 rip 01. April 2011 um 12:14 Uhr

    wo liegt denn bitte der zusammaenhang von plattentektonik und klimawandel? der klimawandel macht wohl einiges tsunamis kann er meines wiszens aber nicht auslösen.

  3. 3 fkwc2 01. April 2011 um 20:20 Uhr

    Sehr schön, wie sich die Entfremdungen gegenseitig rechtfertigen.
    Die „Klimakatastrophe“ wird zum Argument, dass „man“ (die „Volkswirtschaft“ etwa?) auf die Atomkraft nicht verzichten könne. Oder es spricht der Nationalökonom und führt den Mangel an „bezahlbaren Alternativen“ ins Feld.
    Angesichts der ganz realen Zerstörungen in Japan und der drohenden Gefahr überall, kann ich diesen „Text“ nur als Aprilscherz begreifen.
    Übrigens: Dass der Tsunami nicht vorhersehbar war, ist falsch. Ein japanischer Wissenschaftler hat ziemlich genau den eingetretenen Fall in einer Studie vor etwa vier Jahren beschrieben. Außerdem ist es ein ziemlich dummes Argument. Wer mit einer Kraft „hantiert“, die ein solches zerstörerisches Potential hat – abgesehen von der Frage der „Endlagerung“ –, kann sich doch nicht aus der Verantwortung ziehen und sagen, er habe von nichts gewusst. Vernünftig wäre einzig, die Finger davon zu lassen.

  4. 4 kriegstheater 01. April 2011 um 21:39 Uhr

    @FCKW2

    Vorhersehbarkeit: Damit wollte ich sagen, dass trotzdem es in Japan seit jeher ständig Erdbeben etc. gibt, für diesen Fall keine Vorbereitungen getroffen wurden. Ein Indiz für die neue Qualität der Katastophe und den Zusammenhang mit dem Klimawandel.

    Wer hier spricht: Einfach jemand, dem die Naturgrundlagen der menschlichen Gesellschaft am Herzen liegen. Ich argumentiere hier im Moment erstmal für sofortige Reformen, glaube natürlich aber nicht, dass ich oder meinesgleichen einen großen Einfluss haben. Wobei z.B. „FCKW“ ein Beispiel ist für die politische Machbarkeit zumindest kleiner Reformen.

    Ansonsten kann ich mein Argument nur wiederholen: Es geht erstmal darum wie man den Energiebedarf am gefahrlosesten decken kann. Oder nicht? Da bin ich für Atom statt Fosils. Was soll daran ein „Aprilscherz“ sein?

  5. 5 kriegstheater 01. April 2011 um 21:41 Uhr

    @rip: Kannst Du das genauer ausführen? Wie gesagt, ich bin mit den Details nicht allzu vertraut.

  6. 6 tee 01. April 2011 um 22:29 Uhr

    wo liegt denn bitte der zusammaenhang von plattentektonik und klimawandel?

    na es gibt zumindest theorien über z.b. durch gletscherschmelzen ausgelöste plattenanhebungen, die dann logischerweise auch zu vermehrten erdbeben führen. ob da was dran ist, lässt aber nun schwer nachweisen …

  7. 7 tee 01. April 2011 um 22:31 Uhr

    Angesichts jenes Klimawandels kann ich es nur wiederholen, dass man die Atomenergie weiterhin unbedingt braucht.

    man könnte auch „einfach“ so blödscheiss wie den emissionshandel abschaffen. aber so funktioniert die kapitalistische gesellschaft nunmal nicht, weswegen beide gedankenspiele eher für‘n arsch sind …

  8. 8 tee 01. April 2011 um 23:35 Uhr

    was ich sagen will, um’s nochmal klarer zu machen – ich gehe einigermaßen konform mit fkwc2. Allein der Satz:

    Nehmen wir an, der Weltenergiehaushalt speißt sich aus diesen Quellen

    zeigt doch schon die unrealistische gedankenspielerische weise des beitrags. vergleich)
    bei deinen fragen um „die Naturgrundlagen der menschlichen Gesellschaft“ kommen nur leider keine menschen im hier und jetzt vor. die, die das uran für deine gemeinschaft abbauen müssen ebenso wenig wie die, die mit dem müll und katastrophenfolgen leben müssen. konsequenterweise solltest du tote und potentiell tote der verschiedenen energien schon gegeneinander aufrechnen. dann drückst du dich nämlich noch viel besser vor den fragen, die es wirklich zu beantworten gilt. z.b. wie eine ökonomie beschaffen sein muss, die solch eine wunschvorstellung von dir überhaupt möglich werden lässt.

    wenn sich atomkraft nicht von heute auf morgen abschaffen lässt, dann nimm’s doch einfach hin und plädiere nicht dafür. so spielst du nämlich nur den befürwortern der generellen lösung atomkraft in die hände.

  9. 9 tee 01. April 2011 um 23:43 Uhr

    Vorhersehbarkeit: Damit wollte ich sagen, dass trotzdem es in Japan seit jeher ständig Erdbeben etc. gibt, für diesen Fall keine Vorbereitungen getroffen wurden. Ein Indiz für die neue Qualität der Katastophe und den Zusammenhang mit dem Klimawandel.

    doch eher ein weiteres indiz dafür, dass eine renditeorientierte wirtschaft sich nicht mit hinweisen (bspw. der atomenergiebehörde zur tsunamiesicherheit aller akws schon vor jahren!) beschäftigt, weil es nicht in ihrem sinn ist. reflektier mal deinen sprechort ;)

    „neue Qualität der Katastophe“ – da kann ich nur mit fefe sprechen: Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen!1!!

  10. 10 tee 01. April 2011 um 23:56 Uhr

    ps: hier übrigens nochmal die aktuellen zahlen aus der brd: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/Binaer/Energiedaten/energiegewinnung-und-energieverbrauch2-primaerenergieverbrauch,property=blob,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.xls

    schon recht aufschlußreich. vor allem wenn man davon ausgeht, daß deine revolutionären reformbemühungen sich allerhöchstens auf diesen staat auswirken werden.

    nun aber gut’s nächtle.

  11. 11 kriegstheater 02. April 2011 um 0:15 Uhr

    Menschleben aufzurechnen liegt mir fern. Es geht um einen qualitativen Unterschied: Mit Fossils hat die Menschheit kaum eine Zukunft, mit Atomkraft schon.

    Spielerei: Ganz so ein reines Gedankenspiel ist das nicht. Soweit ich mitbekommen habe, werden grade in Doofland Kernkraftwerke „abgeschaltet“, oder? Und Kohlekraftwerke hochgefahren, entsprechend.

    Danke für die erschreckende Statistik, meine Grafiken sollten natürlich eher das Argument illustrieren als realistisch sein.

    Davon abgesehen würde ich ebenfalls gerne über diese von dir angesprochene Ökonomie diskutieren, muss jetzt aber auch erstmal schlafen. Bis dann.

  12. 12 Susi 02. April 2011 um 9:50 Uhr

    tee, deine ausgefurzten beiträge sind vollkommen unleserlich. leg dir mal einen einigermaßen ordentlichen und kohärenten schreibstil zu, damit man wenigstens einen verständlichen gedanken aus deinem blabla herausziehen kann, oder lass es. ansonsten die frage: besteht die möglichkeit (selbstverständlich langfristig) im kommunismus vollkommen auf clean energy umzusteigen?

  13. 13 Radioactive Man 02. April 2011 um 11:18 Uhr

    Es geht erstmal darum wie man den Energiebedarf am gefahrlosesten decken kann.

    Genau, Robert: Hauptsache die kapitalistische Akkumulationsmaschine und das in ihre Reproduktion integrierte Energiesystem laufen im Ökomodus ungestört weiter! Bevor du das Internet mit deinem plutoniumverseuchten Gedankenmüll vollscheisst, kannst ja beim nächsten Mal für deinen grünen Reformkapitalismus Strom sparen, indem du dich abschaltest.

  14. 14 fkwc2 02. April 2011 um 11:29 Uhr

    noch einmal: 2007 warnte ein japanischer wissenschaftler vor ziemlich genau dem eingetretenen fall. von wegen: unvorhersehbar.
    aber selbst wenn: eine energieform, die solche risiken besitzt wie die atomkraft, darf nicht angewendet werden.
    erneut hast du auch die frage der „endlagerung“ einfach unterschlagen.
    dass der klimawandel schuld an der katastrophe sein soll, ist eine frei erfundene behauptung. auslöser der flut war ein starkes erdbeben, nicht irgendeine häufung von flutkatastrophen „in letzter zeit“.
    dass du einen so offensichtlich irren schluss ziehst, nur um recht zu behalten, macht mich wütend. kapierst du nicht, dass es hier nicht um klamotten oder comicfiguren geht, sondern um menschenleben?
    irre ist auch eine aussage wie, dass die menschheit mit atomkraft eine zukunft habe. ja eben nicht.

  15. 15 T.S. 03. April 2011 um 5:26 Uhr

    Danke für den Link zu dem Vortrag, war sehr aufschlussreich.

    Das Argument, dass die gegenwärtigen Katastrophen irgendwas mit dem Klimawandel zu tun haben, kann ich auch nicht teilen. Es ist nach allem was ich weiß nur scheinbar so, dass sie sich wesentlich häufen. Außerdem war das in Japan durchaus vorhersehbar, weil in Japan dauernd Erdbeben und Tsunamis stattfinden. Da hätte man schon besser vorsorgen können, wie man es in Japan ja eigtl auch macht.

    Ansonsten geb ich dir recht. Gegenwärtig könnte man die Kernenergie zwar durch fossile Energie ersetzen, aber dann würde man nur das Problem der Rohstoffknappheit, der Abgase und des Klimawandels verschärfen. Ist halt die Frage, ob man das lieber will. Der Vortrag zeigt ja jedenfalls sehr gut auf, dass ein Komplett-Umstieg auf saubere Technologien gegenwärtig völlig unmöglich ist. Außerdem muss man ja – gerade aus revolutionärer Perspektive – mit einkalkulieren, was wäre, wenn alle Menschen auf der Welt so viel Energie verbrauchen würden wie wir. Gegenwärtig haben ja Milliarden Menschen nicht mal Strom.

    Ich glaub, letzten Endes ist der beste Weg aus dem Dilemma Energie radikal einzusparen. Aber dem sind natürlich wieder von Seiten des Kapitalismus grenzen gesetzt.

  16. 16 fkwc2 04. April 2011 um 22:13 Uhr

    Wenn das stimmt, dann war die Ursache nicht das angeblich unvorhersehbare schwere Erdbeben:

    „Internationale Atomenergiebehörde kritisiert Tepco

    Wien. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat den Betreiber des japanischen Katastrophen-AKW in Fukushima wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen kritisiert. Tepco habe nicht genug Vorsorge betrieben, sagte der japanische IAEA-Chef Yukiya Amano. Damit änderte der Chef der UN-Behörde seine ursprüngliche Haltung. In seiner ersten Reaktion hatte Amano noch kaum kontrollierbare Naturkräfte für den Unfall in Fukushima verantwortlich gemacht. (dpa)“

  17. 17 tee 07. April 2011 um 22:23 Uhr

    das Problem der Rohstoffknappheit

    als gäbe es keine knappheit bei uran und plutonium. vor 40 jahren war übrigens auch schon die rede davon, dass es in 40 jahren ein öl mehr gibt. und dennoch machen die konzerne immer neue förderstellen auf. von alternativen wie dem methaneis und anderen ganz zu schweigen.

    aber hey – atomkraft ist nunmal ALTERNATIVLOS!!1!

  18. 18 tee 07. April 2011 um 22:37 Uhr

    Das Argument, dass die gegenwärtigen Katastrophen irgendwas mit dem Klimawandel zu tun haben, kann ich auch nicht teilen.

    na sagst du auch warum?

    Außerdem muss man ja – gerade aus revolutionärer Perspektive – mit einkalkulieren, was wäre, wenn alle Menschen auf der Welt so viel Energie verbrauchen würden wie wir. Gegenwärtig haben ja Milliarden Menschen nicht mal Strom.

    dann kalkulier aber auch ein, wofür der strom gegenwärtig gebraucht wird.

    und nochmal: „gerade aus revolutionärer perspektive“ stellt sich die frage einer sofortigen abschaltung der atomkraftwerke doch gar nicht. ein wenig realismus sollte bei solchen gedankenspielen doch angebracht sein. komm‘ mir hier ja vor wie am hippie-lagerfeuer, wo sich alle ausmalen was wäre, wenn wir morgen die weltrevolution machen.

  1. 1 Die (Un-)Möglichkeit von Reformen « K’s Kriegstheater Pingback am 05. April 2011 um 19:34 Uhr
  2. 2 Die (Un-)Möglichkeit von Reformen « meta . ©® . com Pingback am 06. April 2011 um 0:34 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Abonnieren Sie den
Kriegstheater RSS-Feed.
Dann sind Sie mühelos
immer auf dem
Laufenden.